Konzepte
Für den Aufbau von Websites mit Inhalten aus den Bereichen Information, Kultur und Wissenschaft gab es Mitte der neunziger Jahre noch nicht viele Vorbilder. Für Radio Bremen und die ARD wurden 1996 Konzepte und Showcases entwickelt, die in den Folgejahren dann schrittweise in den öffentlich-rechtlichen Regelbetrieb übergingen.
Auch für die multimediale und interaktive Zukunft des Fernsehens wurden seit 1997 Prototypen entwickelt. Der ARD-Online-Kanal bildete einen ersten Meilenstein auf dem Weg zum interaktiven Fernsehen, das sich letztlich auch in Deutschland in einer noch zu findenden Ausprägung verankern wird. Die Konzepte aus den neunziger Jahren enthalten dazu die wesentlichen Grundgedanken.
Alles digital! Diese Forderung scheint im letzten Jahrzehnt am Radio, vor allem in Deutschland, keine Gegenliebe zu finden. Das terrestrische Digitalradio DAB wurde als digitale Ruine installiert und wird mit der ursprünglichen Intention nicht weitergeführt, weil es von den Marktteilnehmern nicht angenommen wurde. Dennoch, oder gerade deshalb, ist das Nachdenken über künftige Formen des Radios im digitalen Medienverbund wichtig. Wie könnte ein Radio aussehen, das nicht dem dreifachen Dogma folgt, dass »Radio« einen eigenständigen Verbreitungsweg, einen eigenständigen technischen Standard und eigenständige Endgeräte benötige? Hierfür wurden Konzepte und sendungsreife Prototypen entwickelt, mit denen auf mobilen Endgeräten erprobt werden kann, wie attraktiv die visuelle und interaktive Begleitung laufender Radioprogramme sind.
Prof. Dr. Stefan Ludwigs
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